„Schnupperflug“ führte zum Dauerevent nach Büsum

81jähriger  Pilot aus Bayern besucht seit 45 Jahren den Flugplatz in Dithmarschen 

Text und Fotos: Ingo von Oven

Seit dem Jahr 1976 kommt ein Mitglied des Flugsportclubs Heide-Büsum jährlich zum Flugplatz in Oesterdeichstrich in Dithmarschen, um von hier aus mit eigenem Flugzeug seinem Hobby, dem Fliegen, zu fröhnen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer für Chemie und Physik an der Berufs- und Fachoberhochschule in Nördlingen in Bayern absolvierte der 1940 geborene Diether Krömer die Lizenz für Motorflugzeuge. Wie so häufig bei Fliegern hatte er die Begeisterung für diesen Sport von seinem Vater übernommen, der aktiver Segelflieger war. Ein guter Freund motivierte den damals 36-jährigen Krömer, der – wie er sagt – bis dahin noch nie das Meer gesehen hatte, zu einem „Schnupperflug“ an die Nordsee. Mit seiner mittlerweile erworbenen Cessna 172 ging es nach Schleswig-Holstein. Ziel war der Flugplatz Büsum, der mit seiner besonderen Umgebung, dem Wattenmeer, auf Diether Krömer einen so überwältigenden und nachhaltigen Eindruck hinterließ, dass er fortan beschloss, jährlich wiederkehrend einen Teil seines Urlaubs an der Nordseeküste zu verbringen. So war es auch nicht verwunderlich, dass er in der Nähe in Wöhrden mit seiner Ehefrau ein Ferienhäuschen erwarb, um von hier aus seiner fliegerischen Leidenschaft nachgehen zu können.

Als „Wanderer zwischen zwei Welten“ ging er in Süddeutschland in Weißenburg, einer Nachbarstadt von Nördlingen, als Lehrer seinem Beruf nach und flog stets während der Ferien an die Dithmarscher Nordseeküste, um hier zusammen mit seiner Partnerin den Urlaub zu verbringen und zahlreiche Flüge von Büsum aus zu starten. Der inzwischen 81-jährige, geistig und körperlich voll rüstige Pilot lobt denn auch die Vorzüge des Büsumer Flugplatzes.“

„Der Platz ist ideal für kleine Flieger, ohne Einschränkungen durch große Airliner, mit guten Anflugsichten und der optimalen Möglichkeit, in ca. 25 Minuten auch die einzige Hochseeinsel Helgoland zu erreichen sowie als Ausgangspunkt für Flüge über die interessante Umgebung auf dem Festland und insbesondere über das Wattenmeer, das an Schönheit seinesgleichen sucht.“

1983 schaffte sich „Bayern-Diether“, wie der Pilot Krömer von seinen Büsumer Vereinskollegen wohl auch mal liebevoll genannt wird, eine leistungsstärkere Cessna 182 mit 230 PS und einem größeren Fahrgastraum an.

Alle deutschen Inseln an der Nordsee, sofern sie einen Flugplatz besitzen, und viele Ziele auf dem Festland im Norden wie im Süden hat der bayrische Pilot mittlerweile angeflogen. Die weiteste Flugreise führte mit seiner Maschine und einem Freund nach Athen und zu der sagenumwobenen Insel Milos.

Von den insgesamt 1500 Flugstunden ist Krömer einen Großteil im Nordseeraum geflogen, den er aufgrund seiner Einmaligkeit intensiv in sein Herz geschlossen hat.

Im örtlichen Flugsportclub gilt der aktive Flieger aus Süddeutschland als gern gesehener Gast, der seit einigen Jahrzehnten schon mit vielen Mitgliedern des Vereins enge Freundschaften geschlossen hat und sich immer wieder auf ein Zusammensein mit ihnen freut. Trotz großer räumlicher Entfernung war der Pilot auch im Büsumer Verein aktiv tätig und hat zum Beispiel an den Flugtagen im Sommer mitgeholfen, die Flüge für die zahlreichen Gäste zu übernehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Piloten, die oftmals ihre Karriere mit Segelflug beginnen, hat Krömer erst im Nachhinein noch weitere Qualifikationen wie den Motorsegel- und Segelflugschein sowie die Lizenz zum Schlepppiloten gemacht.

Seinen jetzigen Besuch in Büsum genießt der 81-jährige Flieger besonders intensiv – übrigens seit zwei Jahren mit seiner Schäferhündin „Obi“ – und hofft für die nächsten Tage noch auf gutes Wetter, damit er noch einmal wieder einen Abstecher nach Helgoland unternehmen und das Wattenmeer mit der Hallig- und Inselwelt aus der Vogelperspektive genießen kann, um dann endgültig für dieses Jahr in einem über dreistündigen Direktflug in seine süddeutsche Heimat nach Nördlingen zwischen Stuttgart und Ingolstadt zurückzukehren, mit einmaligen Erinnerungen an sein zweites Zuhause, seine geliebte norddeutsche Küstenlandschaft, und seine Büsumer Fliegerfreunde, im Gepäck.

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