Vereinsflug nach Süddeutschland


 

Mit den Büsumer Fliegern unterwegs –

Vereinsflug führte nach Süddeutschland

 

Gruppenbild

Ein dreitägiger Vereinsausflug in den Süden unternahm der Flugsportclub Heide-Büsum am vergangenen Wochenende. Im wahrsten Sinne des Wortes flogen 12 Vereinsmitglieder mit drei vereinseigenen und 2 privaten Motorflugzeugen nach Süddeutschland, um die geschichtsträchtige Stadt Speyer mit ihrem bekannten Dom sowie insbesondere das deutschlandweit einmalige Technikmuseum und darüber hinaus lukullische Pfälzer Spezialitäten kennen zu lernen.

Am Freitagmorgen starteten die Flieger vom Flugplatz in Oesterdeichstrich bei relativ guten Wetterbedingungen über die noch dunstige dithmarscher Küste nahe der holländischen Grenze nach „Stadtlohn“, einem kleinen Flugplatz in der Nähe von Münster von. Fast zwei Stunden wurden für den Flug benötigt. Nach kurzer Kaffeepause ging es bei herrlichem Sonnenschein in einem einstündigen Flug nach „Dahlemer Binz“ südwestlich von Bonn und nach dem Mittagessen etwa eine Stunde lang zum Zielort Speyer.

Diese letzte Etappe war landschaftlich sehr reizvoll, da die Route weitgehend am Rhein entlangführte. So konnten weite Strecken des wohl in Deutschland bekanntesten Stromes mit dem „Binger Loch“ und zwei Atomkraftwerken, den zahlreichen benachbarten Kiesgruben sowie den riesigen Braunkohlewerken aus der Vogelperspektive betrachtet werden.

Gleichwohl stellte das Fliegen dieser letzten Etappe für die Piloten eine recht anspruchsvolle Aufgabe dar, erforderte die niedrige Wolkendecke beim Fliegen nach Sicht doch ein Höchstmaß an Konzentration und Flugerfahrung. Nach insgesamt vierstündiger reiner Flugzeit, wobei sich die aktiven Flugzeugführer nach jeder Strecke abwechselten, landeten sie wohlbehalten auf dem Flugplatz in Speyer.

Ein eingehender Besuch des einzigartigen Technikmuseums am nächsten Tag zeigte die historische Entwicklung der Technik an den unterschiedlichsten Exponaten. Neben Oldtimer-Autos, Lokomotiven, Schiffen und weiteren unterschiedlichen Fahrzeugen standen die vielen Flugzeuge im Vordergrund der Besichtigung. Ein weites Spektrum an zivilen und militärischen Maschinen erwartete die Besucher. So waren zum Beispiel verschiedene ein- und zweimotorige Oldtimer-Flugzeuge wie die sowie auch die zur Zeit für Rundflüge noch aktive Ju 52, auch bekannt als Tante Ju, zu bestaunen. Große Aufmerksamkeit erregte eines der gewaltigsten viermotorigen Frachtflugzeuge der Welt, die in Russland in Serie gebaute Antonov 22, mit den weltweit riesigen und schwersten Lasten transportiert werden können.

Bei den Militärjets waren neben dem Starfighter bekannte Maschinen wie die Yak 27, die F-15, die Mig-21 und 23, die russische Suchoi mit ihren Schwenkflügeln und die noch vor kurzem im Dienst stehenden Phantom und T33-Lockheed als Trainermaschinen sowie das Löschflugzeug Canadair und weitere ausgestellt.

Auch ein Original der russischen Raumfähre Spaceshuttle Buran sowie eine Sojus-Landekapsel waren zu sehen und ermöglichten sogar einen Blick in das Innenleben. Ein echtes Stück Mondgestein ergänzte den Abstecher in die weltweit umfangreichste Raumfahrtausstellung.

Schon vom Flughafen in Speyer fiel der auf hohen Stahlpfählen stehende Jumbojet Boeing 747 auf, über dessen Tragfläche man ins Innere gelangte und bildete mit den Türmen des im nahen Stadtzentrum gelegenen, über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Wahrzeichens der Stadt, dem Dom, einen starken Kontrast

Nach einer ausführlichen Besichtigung dieses imposanten 1000 Jahre alten Bauwerkes im romanischen Stil mit den Grabstätten bedeutender Könige und Kaiser war in der altehrwürdigen Innenstadt eine Weinprobe mit Verköstigung vorgesehen. Ein uriges Weinrestaurant bot die Möglichkeit, zum Teil auch brandneue Kreationen von regionaltypischen Pfälzer Weinen sowie heimische Gourmetspezialitäten wie zum Beispiel den Pfälzer Saumagen zu probieren. Dieses Gericht, womit der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl gern seine Gäste bewirtete, stellte sich auch für den Magen der Dithmarscher Piloten als sehr wohlschmeckendes Gericht dar. Die unterschiedlichen Weinsorten trafen durchaus die Zunge der Büsumer Fliegergruppe, die mit Freude und viel Heiterkeit die edlen Tropfen bis in den späten Abend genoss.

Mit vielen Eindrücken insbesondere vom Besuch des Technikmuseums und gestärkt von den vielfältigen Pfälzer Spezialitäten trat die Mannschaft am nächsten Vormittag den Rückflug an. Bei optimalem Sonnenschein ging es an der alten Universitäts- und Residenzstadt Würzburg und an der allseits bekannten Motorsportstrecke Hockenheimring vorbei nach Hassfurt-Schweinfurt (südwestlich von Bonn) und weiter an Fulda vorbei über die vor 100 Jahren gebaute Edersee-Talsperre nach Höxter und von dort über die Weser und Porta Westfalica in die norddeutsche Heimat zurück, wo die in der Meldorfer Bucht spiegelnde Sonne die Ankunft im vertrauten Büsumer Umfeld andeutete.

Nach dem notwendigen Reinigen der Maschinen kam nach diesem wieder einmal geglückten Flug mit vielen neuen Eindrücken das übliche Zusammensein mit dem „happy-landing-beer“ nicht zu kurz. So bedankte sich der Geschäftsführer, Hans-Henning Haegner bei dem Organisator dieses erfolgreichen Vereinsausfluges bei dem 1. Vorsitzenden des Heider Flugsportclubs, Michael Pietsch, der als gebürtiger Pfälzer und damit Kenner der Region zu dieser Flugreise motivierte und mit großem Erfolg die Organisation übernommen hatte. Erstmalig hatten im Übrigen zwei passive Mitglieder des Vereins die Chance, an diesem Flug teil zu nehmen und waren mehr als begeistert. Wer am Fliegen interessiert ist und nähere Informationen auch bezüglich Mitfliegen und Pilotenausbildung erhalten möchte, kann sich bei dem 1. Vorsitzenden des Flugsportclubs Heide-Büsum, Michael Pietsch, unter der Telefonnummer 04834-732001 oder im Tower beim Flugleiter unter der Nummer 04834-8585 melden.

Text und Fotos: Ingo von Oven