Gyrocopter zu Besuch


 

Ungewöhnliche Gäste auf dem Flugplatz Heide-Büsum –

Bayrische Gyrocopter besuchten Flugsportclub

Text und Fotos: Ingo von Oven

Ungewöhnlichen Besuch hatte der Flugsportclub Heide-Büsum in Oesterdeichstrich in den vergangenen Tagen. Aus dem im südöstlichen Bayern gelegenen Ort Bruck nahe Regensburg schwebte eine Gruppe von zehn Gyrocoptern in Begleitung von zwei Motorflugzeugen auf dem Dithmarscher Flugplatz ein. Die 24 Piloten mit den unterschiedlichen Flugzeugen hatten sich nach guten Erfahrungen vor vier Jahren erneut den norddeutschen Flugplatz als Ziel für ihren zwei Mal im Jahr stattfindenden Vereinsflug ausgesucht, um hier eine Woche lang die nähere und weitere Umgebung aus der Vogelperspektive zu erleben.

Gyrocopter zu Besuch

Gyrocopter sind hubschrauberähnliche, offene oder neuerdings auch geschlossene Ultraleichtflugzeuge, die sowohl mit einem Rotor als auch mit einem Propeller als Vorantrieb ausgestattet sind. Die von den Fliegern als „Motorrad der Lüfte“ bezeichneten Gefährte sind in der Anschaffung und Haltung günstiger als Hubschrauber oder herkömmliche Motorflugzeuge und erfreuen sich daher in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Besonders in Süddeutschland setzt sich das Fliegen mit dem Tragschrauber, wie der Gyrocopter auch genannt wird, immer mehr durch. Deswegen bieten immer mehr Flugschulen wie z. B. die bekannte Firma „Anton- Mommm-Flugwelt“ in Bruck das Erlernen des Umgangs mit diesen Fahrzeugen an. Der Betreiber und zugleich Besitzer des Flugplatzes führt im Rahmen der Flugschule die Ausbildung der Flugschüler durch. Die Mehrzahl der als Gast in Büsum anwesenden Gyrocopter-Piloten haben dort das Fliegen gelernt. Einige der 10 Tragschrauber hat der Fluglehrer Momm seinen Kollegen zum Flug nach Büsum ausgeliehen, um ihnen dieses tolle Erlebnis zu ermöglichen.

Nach dem Start am frühen Sonntagmorgen vergangener Woche ging die Tour zunächst für zwei Tage in den Harz, um dann anschließend den Flugplatz in Büsum an zu fliegen. Dieser wurde als idealer Ausgangspunkt für diverse Ausflüge nach Helgoland, zu den Inseln und Halligen, nach Langeoog sowie über den Nord-Ostsee-Kanal und weiter zur Kieler Woche genutzt.

Einmalig war das Angebot der Gästegruppe, mehreren Mitgliedern des Flugsportclubs Heide-Büsum die Qualitäten dieser Leichtflugzeuge mit einem Rundflug über Büsum und die nähere Umgebung zu zeigen. So hatten diese die Gelegenheit, den Unterschied zu den Motorflugzeugen hinsichtlich der fliegerischen Eigenschaften hautnah zu erfahren. Langsamere Geschwindigkeit (110 – 170 km/Stunde), geringere Windanfälligkeit sowie problemloses Starten und Landen auf kürzerer Piste. Die offenen Modelle eignen sich darüber hinaus auch gut zum Filmen und Fotografieren. Die Piloten der Gyrocopter sind von ihren Fliegern sehr überzeugt, loben sie doch vor allem die ruhige Fortbewegung und das stressfreie Erleben des Fliegens neben den wirtschaftlichen Vorteilen.

Ihren Aufenthalt in Dithmarschen haben die bayrischen Gäste in den vergangenen Tagen besonders intensiv genossen: Die im Gegensatz zur heimatlichen Pfalz überschaubare Küstenlandschaft mit Sichten bis zu 20 km und mehr, die Inseln und Halligen und bei Ebbe das Wattenmeer mit seinen Sänden und Seehundsbänken. Auch die regionalen Spezialitäten wie die bei vielen Fliegern hoch gepriesenen und weit bekannten Krabbengerichte in dem Flugplatzrestaurant „bei Kai“ haben ihnen imponiert. Besonders angetan waren sie aber auch von der Mentalität der hier ansässigen Menschen, deren Ruhe und Ausgeglichenheit. Gemeinsames Grillen und Feiern mit vielen interessanten Gesprächen festigten denn auch die Bande zwischen den Büsumer Motorfliegern und den Gyrocopterpiloten aus Bayern. So war es kein Wunder, dass für das nächste Jahr ein Gegenbesuch ins Gespräch kam.

Leider musste die interessante Gästegruppe wegen der zu erwartenden schlechten Wetterverhältnisse vorzeitig ihren Besuch auf dem Flugplatz in Heide-Büsum abbrechen. Ein von Süd nach Nord reichendes Regen- und Gewitterband zwang zu vorzeitigem Aufbruch. Trotzdem konnten alle zehn Gyrocopter sowie die beiden begleitenden Motorflugzeuge am Ende des Abflugtages wohlbehalten ihren heimatlichen Flugplatz erreichen, voll mit vielen positiven Eindrücken von der norddeutschen Küstenlandschaft und ihren Menschen.